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Glücksspielmarkt in Deutschland: Regulierung und Ausweichbewegungen
Seit dem Glücksspielstaatsvertrag von 2021 gilt bundesweit ein einheitlicher Rahmen für Online-Glücksspiel, überwacht von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle. Vorgeschrieben sind unter anderem ein Einsatzlimit von einem Euro pro Spielrunde und eine anbieterübergreifende Einzahlungsgrenze von 1.000 Euro im Monat. Der wirtschaftliche Effekt ist messbar: Ein erheblicher Teil der Einsätze fließt an Betreiber mit EU-Lizenz aus Malta, die diesen Vorgaben nicht unterliegen, und Branchenübersichten listen laufend neue Online Casinos aus genau diesem Segment. Für die Länder bedeutet das Steuerausfälle in dreistelliger Millionenhöhe, für Spieler einen schwächeren Schutz, weil bei Streitfällen ausländische Aufsichtsbehörden zuständig sind. Eine Novelle des Staatsvertrags wird deshalb seit Jahren diskutiert.
Russland: Verbot statt Regulierung
Deutschland ringt um die Feinheiten seiner Vorgaben, in Russland existiert dagegen praktisch kein regulierter Markt. Seit der Reform von 2009 ist Glücksspiel dort nur in wenigen ausgewiesenen Sonderzonen erlaubt, etwa in Krasnaja Poljana bei Sotschi, im Gebiet Kaliningrad, in der Region Primorje und im Altai. Online-Casinos sind vollständig verboten, die Aufsichtsbehörde Roskomnadsor sperrt seit Jahren fortlaufend entsprechende Domains, und Betreiber riskieren nach Artikel 171.2 des Strafgesetzbuches mehrjährige Haftstrafen. Das Geschäft ist damit nicht verschwunden, sondern in den Untergrund gewandert: Razzien in illegalen Spielsalons gehören in Moskau und den Regionen zur Routine, gespielt wird über Spiegel-Domains und VPN. Wer dort Geld verliert, hat keinerlei rechtliche Handhabe, denn ein Anbieter, den es offiziell nicht gibt, kann auch nicht belangt werden.
