NATURGEWALT

Meteoriten-Schauer: Gut 400 Verletzte in Zentralrussland

In Russland herrscht Ausnahmezustand: Etwa 400 Verletzte mussten nach einem Meteoriteneinschlag in Tscheljabinsk am Freitag medizinisch versorgt werden. Die Gesteinsbrocken aus dem Weltraum zerstörten Fensterscheiben und lösten Alarmanlagen aus.

An diesem Freitagmorgen wurde die russische Region Tscheljabinsk von einem Meteoriteneinschlag heimgesucht. Ein greller Lichtblitz, dann eine Explosion: Augenzeugen berichteten von einstürzenden Wänden und zersplitterten Fensterscheiben. Auf den Straßen herrschte Chaos. Die Alarmanlagen der Autos wurden von herumfliegenden Trümmern ausgelöst. Insgesamt sollen in mindestens sechs Städten in der Uralgegend rund 1500 Kilometer östlich von Moskau Schäden an Gebäuden festgestellt worden sein.

Einem Bericht des russischen Innenministeriums zufolge mussten mehr als 400 Menschen medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Die meisten wurden von Glasscherben verletzt. Ob es auch ernsthaftere Verletzungen gegeben hat, ist bisher nicht bekannt. Mehrmals mussten die Opferzahlen bisher allerdings nach oben korrigiert werden.

Durch die Druckwelle nach dem Einschlag wurden unzählige Fensterscheiben aus ihren Rahmen getrieben. Die Handyverbindungen wurden zeitweise unterbrochen. In der gesamten Region blieben die Schulen geschlossen. Der Notstand wurde ausgerufen. Dort ebenfalls betriebene Kernkraftwerke sollen nach Angaben von Rosatom reibungslos arbeiten. Die Strahlenbelastung sei, so informiert unterdessen das Katastrophenschutzministerium, nicht angestiegen.

Während derzeit gut 20.000 Rettungshelfer und Soldaten, samt Flugzeugen und Helikoptern in das Gebiet unterwegs sein sollen, hat auch das Internet rege an der seltenen Naturgewalt partizipiert. Es gibt bereits unzählige Videos über das seltene Ereignis auf Youtube:

Einem Bericht von Reuters zufolge könnte der „Meteoritenschauer“ um 9.30 Uhr Ortszeit eine Begleiterscheinung eines weitaus größeren Gesteinsbrockens sein, der die Erde an diesem Freitagabend nur gefährlich knapp verfehlen wird. Dieser Meteorit – mit einem Durchmesser von 46 Metern – wird von der NASA als DA14 bezeichnet und streift die Stratosphäre der Erde in der Nähe der Wetter- und Kommunikationssatelliten. Einig über einen möglichen Zusammenhang sind sich die Fachleute derzeit allerdings nicht.

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